Es wird als Dual-Use Gerät beworben, hierzu kann dann optional ein sogenannter Viewfinder (eyepiece), also ein Okular erworben werden. Dieses wird dann statt der Kollimatorlinse montiert und man kann das Thunder als Handgerät inklusive des digitalen Zooms (1x, 2x, 4x, 8x) nutzen. Die Zoomfunktion ist bei der Verwendung als Vorsatzgerät nicht im Menü wählbar. Die Wiederholgenauigkeit beim Wechseln, soll bei entsprechender Einhaltung der Montagehinweise gegeben sein. Was in der Praxis sicher umständlich ist, ist für mich die Vorstellung, zuerst die Option Handgerät zu nutzen, um dann auf dem Ansitz auf Vorsatzgerät umzubauen.

Was natürlich unverzichtbar ist, ist das Einschießen. Mein erster Schuss lag auf 100 m etwa 15 cm zu weit rechts und knapp 6 cm zu weit unten. Die Korrektur mittels der Menüsteuerung ist sehr simpel. Hierbei ist zu beachten, dass jeder „Click“ 2,5 cm Korrektur in die jeweilige XY-Achse bedeutet.

Die darauffolgenden Probeschüsse lagen im 4 cm Bereich. Das Vertrauen, in die nun eingestellte und gespeicherte Elektronik, war zum einen durch diese Kontrolle und zum anderen durch die vorab positiven Erfahrungen anderer Jäger, hergestellt. Dies ist für mich nämlich nach wie vor ein entscheidender Vorteil der Röhrentechnik, aber schauen wir mal, ob sich dieses Argument im Testverlauf etwas aufweichen lässt.

Am Abend geht es schon das erste Mal auf Ansitz. Leider spielt das Wetter nicht so gut mit. Nieselregen und Wind ermöglichen nicht viele Anblicke. Zudem ließen mich schon bei diesem ersten Praxistest die mitgelieferten Batterien im Stich. Relativ schnell folgte auf die Warnmeldung „Batterie schwach“ das „Aus“. Zum Glück wurde mir das Testgerät etwas länger zur Verfügung gestellt und so konnte ich auf den weiteren Ansitzen im April doch noch reichlich Erfahrungen und Material sammeln. Auch die Wildkammer konnte ich mit zwei Schwarzkitteln dank des Vorsatz-Donners füllen.

Hier möchte ich schon mal vorwegnehmen, dass ich den kleinen Keiler mit meiner Wärmebildkamera nicht hätte so gut ansprechen können. Gerade bei diesem allein anwechselnden Stück, konnte das Thunder TH 35 PC seine Stärken ausspielen. Der feinfühlige Sensor (NETD <35mK) liefert in Kombination mit dem leistungsstarken 35mm Objektiv ein sehr detailreiches und klares Bild. Hier soll der neue Sensor mit dem 12 µm Pixel Pitch dem Vorgängermodell überlegen sein und Details gerade bei schlechteren Bedingungen darstellen.


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