So rutsche ich also am übernächsten Abend auf meinem Sitz hin und her und übe mich weiter in Geduld. Nachdem es in den letzten Tagen immer wieder stark geregnet hatte, blitzen jetzt ein paar Sonnenstrahlen durch die Bäume. Sehr schön finde ich das. Ich lasse meine Blicke schweifen und muss gestehen, dass sitzen und warten gar nicht soooo scheußlich ist.

Die Sonne bescheint das neue Zielfernrohr, das ich zum Testen auf meine Waffe gebaut habe. Auch darüber freue ich mich und bin dankbar für diese Möglichkeit. Mit den Gedanken bin ich ganz woanders, da nehme ich im Augenwinkel eine Bewegung wahr. Im Bestand zieht ein Bock in Richtung Weg. Oha, das könnte doch vielleicht klappen. Ich schiebe das Schießbrett zurecht, dann schiebe ich mein Gewehr in Position und zu guter Letzt schiebe ich meinen nicht unerheblichen Hintern in eine passende Stellung. Mit dem Blick durch das Steiner Ranger 4 entschließe ich mich zu schießen. Nach dem Schuss draufbleiben, repetieren, warten. Waidmannsheil!

Auf dem Weg zum Stück vibriert mein Telefon in der Jacke. Sandra und Philipp erkundigen sich, ob ich geschossen habe. Sie freuen sich mit mir und ich denke, dass Udo Jürgens vielleicht doch Recht hatte.

Theorie und Praxis

Jetzt habe ich das Pferd quasi von hinten her aufgezäumt und den Praxisteil vorweg genommen- also das Ranger 4 funktioniert! Nichts anderes hatte ich erwartet. Was Zielfernrohre aus dem Hause Steiner anbetrifft, ist unser Haushalt kein unbeschriebenes Blatt. Sowohl Philipp als auch ich haben bereits Gläser auf unterschiedlichen Waffen.

Auf seiner Blaser in .300 win. mag. thront das Steiner Military M5XI in 5-25x56 und meine Tikka in 8x57IS ziert ein Steiner Ranger in 3-12x56. So war ich auch etwas erstaunt über die Frage, ob ich ein Steiner Ranger testen wolle- die gibt’s doch schon seit 2015.

Was ist nun anders am „neuen“ Steiner Ranger? Die Serie 4 ist an verschiedenen Punkten überarbeitet worden. Was beim Einschießen der Waffe mit dem neuen Glas sofort positiv aufgefallen ist, waren die Verstell-Türme. Die Höhen- und Seitenverstellung machen jetzt ein kleines Geräusch und rasten spürbar in den nächsten Klick ein. Durch diese Verbesserung ist das Verstellen der Türme auch mit Handschuhen nun viel leichter und es wirkt noch wertiger.

Das Sehfeld wurde ebenfalls erweitert. Steiner erreichte dies durch die Optimierung der Lichttransmission, die nun bei 90% liegt. Bei meinem „alten“ Zielfernrohr war ich schon sehr zufrieden mit der Leistung bei Dämmerung und Nacht, die optimierte Version ist noch einen kleinen Zacken schärfer. Beeindruckend auch die Randschärfe und der Kontrast des Bildes.


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